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Eckpunkte zur Modernisierung des Gesundheitswesens

Die Eckpunkte zur Modernisierung des Gesundheitswesens als PDF-Datei (Stand: 5. Februar 2003) finden Sie hier zum Herunterladen als [Zum Herunterladen von PDF-Dokumenten benötigen Sie den Adobe Reader, hier kostenlos downloaden]

Lesenswerte Pressemeldungen und Kommentare zu den Eckpunkten und zur geplanten "Gesundheitsreform" (als Links):

Was die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe zur Forderung nach einem Ärzte-TÜV meint.

Dokumentation aus der Frankfurter Rundschau vom 5.2.2003: Abschied von der Vollkasko-Illusion.

Frankfurter Rundschau vom 12.2.2003: Der Praxistest für die Patientenquittung fällt ernüchternd aus.

Rede des Präsidenten der Bundesärztekammer auf dem Außerordentlichen Ärztetag in Berlin am 19.2.2003 zu diesem Thema.

Resolution des Außerordentlichen Ärztetages vom 19.2.2003.

Empfehlungen des Sachverständigenrates zu einer Evolution im Gesundheitswesen (Artikel der Ärztezeitung vom 26.2.03)

Arbeit der Ärzte wird massiv beeinflußt (Artikel der Ärztezeitung vom 3.3.03)

Und hier drei Links zur beabsichtigten Positivliste. Künftig sollen nur noch die Medikamente der Positivliste für Kassenpatienten verordnungsfähig sein. Welch grandiose Fehlleistung geplant ist, und für welche zweifelhaften Mittelchen zukünftig Ihre Beiträge ausgegeben werden dürfen:

1. Kommentar der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein
2. Artikel in Frankfurter Allgemeine vom 30.12.2002
3. offener Brief an Ministerin Ulla Fischer

Und hier noch ein etwas satirischer Beitrag: Die Kostensteigerung im Gesundheitswesen hat religiöse Gründe

 

 

Die Passagen zum Gesundheitswesen aus der Kanzlerrede: Auszug aus der Regierungserklärung von Bundeskanzler Schröder am 14. März 2003 vor dem Deutschen Bundestag

...

Meine Damen und Herren,

kaum einen Bereich der Politik betrachten die Menschen mit so hohen Erwartungen, aber auch mit Sorge, wie die Reform des Gesundheitswesens.

Gleichwohl ist die Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung der notwendigste Teil der innenpolitischen Erneuerung.

Weil wir nur mit einer Reform das hohe Niveau der medizinischen Versorgung für die Zukunft sichern können.

Kein Zweifel: Unser heutiges System der gesetzlichen Krankenversicherung mit mehr als 70 Millionen Mitgliedern ist immer noch sehr leistungsfähig. Qualität und Standards im deutschen Gesundheitswesen sind im internationalen Vergleich immer noch vorbildlich.

Aber Krisenzeichen sind unübersehbar. Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen entwickeln sich weiter auseinander.

Die Strategie der Kostendämpfung ist an ihre Grenzen gestoßen. Dabei werden 20 Prozent der Kosten durch Über- und Fehlversorgung verursacht. Jeder kennt das, und hat eigene Beispiele vor Augen.

Wir werden Änderungen im Interesse der Patienten durchsetzen, auch wenn das deutsche Gesundheitssystem verkrustet und vermachtet ist, wie kaum ein anderer Bereich der Gesellschaft.

Was uns alle antreiben sollte, ist doch folgendes:

Das Gefühl einer gemeinsamen Verantwortung im Gesundheitssystem ist nahezu verschwunden. Viele agieren nach dem Grundsatz des raschen, bedenkenlosen Zugriffs. Eine Mentalität der Selbstbedienung hat das Gefühl der Solidarität verdrängt.

Darum sage ich:

Hier ist auch in den Haltungen aller Akteure ein Umdenken notwendig. Denn wir haben nicht nur Einnahmeverluste aufgrund hoher Arbeitslosigkeit.

Der medizinische Fortschritt, der an sich erfreulich ist, wird die Kosten im Gesundheitssektor weiter nach oben treiben. Zudem steigt die Zahl der älteren Mitbürger weiter an, die im Durchschnitt weniger einzahlen und weitaus mehr Leistungen in Anspruch nehmen müssen.

Anderen Gesellschaften ging oder geht es ganz ähnlich. Dabei zeigt sich die klare Alternative:

Entweder wir lassen die Entwicklung treiben, dann bleibt nur die Einschränkung medizinischer Leistungen oder eine vom Alter abhängige Zuteilung von medizinischer Versorgung.

Oder wir entschließen uns zu Reformen, die das hohe Gut Gesundheit für alle finanzierbar halten.

Der erste Weg ist nicht der Weg, den wir gehen wollen. Für uns bleibt es beim Grundsatz: Jeder erhält die notwendige medizinische Versorgung unabhängig von  Alter und Einkommen. Das erwarten auch die Menschen von uns. Sie wollen am Solidarprinzip in der Krankenversicherung festhalten.

Zur Erneuerung des Gesundheitswesens brauchen wir aber einschneidende Kurskorrekturen.

Ein Teil der notwendigen Maßnahmen wird im zuständigen Bundesministerium vorbereitet.

Zum Finanzierungsteil wird die Rürup-Kommission bis zum Mai ihre Vorschläge vorlegen.

Erfolg werden wir nur haben, wenn zwei Ziele unstrittig sind: Hohe Qualität der Gesundheitsversorgung und kostenbewusstes Verhalten von Ärzten, Krankenkassen, Kliniken, Apothekern, Pharmaunternehmen - aber auch der Versicherten.

Der Staat muss deshalb helfen beim Abbau von Verkrustungen. Und er muss mehr Wettbewerb im System zulassen und fördern.

Er muss kostentreibende Monopolstrukturen beseitigen.

Hierzu gehört auch das Vertragsmonopol der kassenärztlichen Vereinigungen. Es hat sich überlebt. Wir werden den Krankenkassen endlich ermöglichen, Einzelverträge mit Ärzten abzuschließen.

Auf der anderen Seite hat ein System mit 350 unterschiedlichen Krankenkassen ebenfalls Modernisierungsbedarf. So viele werden es nicht bleiben können. Wir werden hier auf die Schaffung überschaubarer und leistungsfähiger Strukturen dringen.

Qualitätssicherung wird die zweite große Ressource sein, die wir ausschöpfen müssen. Die Sicherung von Qualität gehört zu den Schlüsselaspekten einer wirklichen Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung. Ohne klare Standards ist Qualität aber kaum möglich.

Wir werden den Leistungskatalog überarbeiten und Leistungen streichen.

Wir müssen bestimmen, was künftig zum Kernbereich der Gesetzlichen Krankenversicherung gehört, und was nicht.

Da gibt es Vorschläge, Zahnersatz oder gar die Zahnbehandlung nicht mehr von den Krankenkassen zahlen zu lassen. Da kann ich nur sagen:

Wir haben bereits ein System, das Eigenvorsorge bei der Zahnpflege belohnt. Das soll so bleiben. Ich möchte nicht, dass man den sozialen Status wieder an den  Zähnen ablesen kann.

Auch die Forderung, private Unfälle aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung heraus zu nehmen, wirft schwerwiegende Probleme auf. Ich zweifle zuallererst, ob eine trennscharfe Abgrenzung zwischen krankheits- und unfallbedingten Leiden überhaupt möglich ist.

Auch ist mir nicht einsichtig, Sportunfälle einer besonderen Versicherungspflicht zu unterwerfen. Damit würden wir vor allem den Breitensport treffen, einen Bereich, der zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention beiträgt. Der aber auch gerade für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sehr wichtig ist.

Anders beurteile ich die Frage der privaten Vorsorge für das Krankengeld. Hier handelt es sich um einen klar abgrenzbaren Kostenblock, der auch für die Zukunft überschaubar bleibt.

Die Kostenbelastung für den Einzelnen bleibt deshalb gering. Medizinisch notwendige Leistungen sind nicht berührt.

Außerdem werden wir das tun müssen, was wir mit der Rentenstrukturreform geleistet haben: Die Befreiung der Gesetzlichen Krankenversicherung von einer Reihe sogenannter versicherungsfremder Leistungen. Dazu gehört zum Beispiel das Mutterschaftsgeld, das aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden muss.

Wenig verständlich ist auch der öffentliche Disput über Zuzahlungen und Selbstbehalte. Formen von Eigenbeteiligungen sind im System lange bekannt. Sie haben eine Steuerungswirkung und halten Versicherte zu kostenbewusstem Verhalten an.

Gerade unter dem Aspekt von Eigenverantwortung sollten wir deshalb Instrumente wie differenzierte Praxisgebühren und Selbstbehalte nutzen.

Menschen mit geringen Einkommen, Kinder und chronisch Kranke werden davon ausgenommen.

Durchsetzen muss sich schließlich die Erkenntnis, dass Gesundheitspolitik sich nicht auf die Heilung bereits eingetretener Krankheit beschränken darf, sondern der Prävention Vorrang einräumen muss.

Nicht nur der Staat ist hier in der Pflicht, auch Ärzte, Krankenkassen und Versicherte tragen Verantwortung.

Wir sollten uns am Vorbild der skandinavischen Länder orientieren, die durch systematische Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens wichtige Beiträge zur Kostensenkung im Gesundheitswesen erzielt haben.

Nicht ansatzweise ausgeschöpft scheinen mir auch die Reserven, die in einer Modernisierung der Kommunikationstechnologie im Gesundheitswesen liegen.

Der elektronische Patientenausweis und die elektronische Krankenakte sind nicht nur technologisch anspruchsvolle Projekte, die wir bis zum Jahre 2006 voll funktionsfähig haben wollen.

Sie werden auch dazu beitragen, kostenaufwendige Doppel- und Mehrfachversorgungen zu vermeiden und die Qualität der Behandlung zu erhöhen. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen ordnungs- und strukturpolitischen Maßnahmen werden wir die Krankenversicherungsbeiträge unter 13 Prozent drücken können. 

 

 

 

Und hier lesen Sie, wie die Ministerinnen Ulla Schmidt und Birgit Fischer, aber auch die KBV sinnvolle Ansätze in der Kanzlerrede für kostenbewußtes Verhalten gleich wieder verhindern wollen. Nix kapiert !  

Rheinische Post vom 21.03.2003: Titelseite

Pläne von Ulla Schmidt

Doch keine Zuzahlung beim Hausarzt

DÜSSELDORF (anh). Eine Woche nach der Reformrede des Kanzlers geraten seine Pläne ins Wanken. Das Gesundheitsministerium will offenbar die angekündigte Praxisgebühr entschärfen. Wer sich bei einer Krankheit zuerst an den Hausarzt wendet, soll nach Überlegungen des Ministeriums vom Eintrittsgeld verschont werden. Zudem werden möglicherweise Kinder-, Frauen-, Augen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte ausgenommen. Als Gebühr für andere Ärzte sind zwischen zehn und 15 Euro pro Besuch im Gespräch. Auch NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD) sprach sich gegen eine generelle Praxisgebühr aus: "Das wäre Abkassieren. Eine Gebühr ist nur dann sinnvoll, wenn sie steuernd wirkt", sagte Fischer unserer Zeitung. Sie erwartet auch nicht, dass das Krankengeld künftig privat abzusichern ist: "Eine Versicherung unabhängig vom Einkommen ist nicht vertretbar." Es sei allenfalls denkbar, dass der Arbeitnehmer für die gesetzliche Krankengeld-Versicherung den Arbeitgeberanteil übernimmt.

 

Hierzu der Kommentar: Rheinsche Post vom 21.03.2003

Stell dir vor, es ist Reform

Von ANTJE HÖNING

Gegen radikale Reformen kennen erfahrene Blockierer ein altes Hausmittel: Man halte formal an den Vorgaben fest, höhle sie aber bis zur Bedeutungslosigkeit aus. Das hat Riester so gemacht, als er den Arbeitsämtern mit privaten Vermittlern Dampf machen sollte. Das hat Clement so gemacht, als er die Zeitarbeit entfesseln sollte. Das hat nun auch Ulla Schmidt vor. Offenbar will sie der vom Kanzler angekündigten Praxisgebühr die Zähne ziehen. Und das geht so: Ein Eintrittsgeld wird eingeführt, doch kaum irgendwo kassiert. Bei Haus-, Augen- und Frauenärzten soll sich nichts ändern. Nur wenn Patienten direkt zum Internisten oder Orthopäden gehen, sollen sie zahlen.

Hinter dieser Blockade steckt das alte sozialdemokratische Misstrauen gegen Eigenverantwortung. Eine maßvolle Praxisgebühr ist eben keine Abzocke, wie manche meinen. Ihr Sinn ist es, den Patienten klar zu machen, dass jeder Arzt-Besuch die Versichertengemeinschaft Geld kostet. Dieses Bewusstsein ist in Deutschland unterentwickelt. In kaum einem Land ist die Zahl der Arztkontakte so hoch wie hier. Dabei ist längst nicht jeder Besuch notwendig. Warum sonst geht in jeder Konjunkturflaute der Krankenstand zurück? Doch nicht, weil sich Kranke plötzlich mit Fieber ins Büro schleppen, sondern weil den Schein-Kranken das Risiko zu hoch ist.

Die Praxisgebühr verhindert keine notwendige Versorgung, das dürfte auch nicht sein. Doch sie ist ein vernünftiges Mittel, um das Gesundheitssystem effizienter zu machen. Gelingt das heute nicht, steigen morgen Beiträge und Veränderungsdruck weiter. Frei nach den Literaten möchte man sagen: Stell dir vor, es sind Reformen, und keiner macht mit. Dann kommen die Reformen zu dir.

Meine Meinung:

Ich kann mich der Kommentatorin nur anschließen. Niemand unterläßt einen notwendigen Arztbesuch wegen 10 oder 20 Euro Zuzahlung. Aber er überlegt sich vielleicht doch, ob schon wieder ein Besuch beim Arzt notwendig ist, ob die Überweisung zum Facharzt erforderlich ist, ob er wegen Bagatellen den Hausarzt, den Facharzt oder die Notfallpraxis aufsucht. Ausnahmen von der Zuzahlungspflicht sind nach meiner Ansicht nur bei Kindern und bei Schwangerschaftsuntersuchungen nötig. Vorgeschlagen wurde z.B. eine Zuzahlung von 10 Euro pro besuchter Praxis und Vierteljahr (Hausarzt, Frauenarzt, Augenarzt, Notfalldienst). Bei jeder mit Überweisung aufgesuchten Facharztpraxis 5 oder 10 Euro. Wer ohne Überweisung gleich zum Facharzt gehen will, zahlt dort 15 oder 20 Euro. Auch für chronisch Kranke sind das erschwingliche Beträge, vergleicht man mit einem Besuch beim Friseur, im Kino, im Restaurant oder nur mit dem Zigrarettenrauchen. Die Zuzahlung zum Krankenhaus von derzeit 9 Euro pro Tag wird ja auch von chronisch Kranken verlangt, auch wenn sie bei Rezepten von der Selbstbeteiligung befreit sind.

Tendenzen der Ministerin Ulla Schmidt muß entgegengetreten werden, die Praxisgebühr nicht beim Hausarzt und nicht von chronisch Kranken einzuziehen. Wir müssen weg von der Überladung haus- und fachärztlicher Praxen mit Bagatell- und Wiederholungsbesuchen, die im europäischen Vergleich zur höchsten Arzt-Patienten-Kontaktzahl führen. Und das geht nur mit (auch finanziell) spürbarer Eigenverantwortung der Patienten.  

Seitens der Kassenärztlichen Bundesvereingung wird jetzt schon wieder Front gegen eine Praxisgebühr bei Fachärzten gemacht. Dadurch würde die freie Arztwahl gefährdet ! Ausgemachter Blödsinn ! Oder glaubt irgendjemand, wegen 10 oder 20 Euro würde ein notwendiger Facharztbesuch unterlassen ? Aber ein nicht notwendiger Besuch könnte unterbleiben. Damit hätten dann die Haus- und Fachärzte die Zeit, sich mehr den wirklich Bedürftigen zu widmen. Natürlich muß diese dann aufwendigere Arbeit einhergehen mit einer angemessenen Bezahlung. Und daran, daß die kommt, zweifeln Haus- und Fachärzte zu Recht, nach den bisherigen Erfahrungen mit Regierungen, Krankenkassen und KVen.

Welche Vorschläge haben Sie ?  

 

Die Ideen der Rürup-Kommission: Viel Lärm um nichts

(Aus: www.facharzt.de)

Schon mehrfach haben Vorschläge einzelner Mitglieder der Rürup-Kommission für Wirbel gesorgt. Die 26-köpfige Kommission soll Vorschläge zur Reform der Sozialversicherung erarbeiten. Eine Auswahl umstrittener und entgegen allen Absprachen öffentlich geäußerter Vorschläge:

2. Januar: Zeitungen berichten über einen - allerdings schon älteren - Vorschlag des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen, wonach er für eine komplette Streichung von Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen und ein Teil-Kasko-Modell plädiert. Danach sollen die Versicherten einen Eigenanteil von höchstens 900 Euro pro Jahr bei Krankheit zahlen. Er sorgt damit auch innerhalb der Kommission für Ärger. Der Vorsitzende der Kommission, Bert Rürup, nennt die Äußerungen «misslich und unglücklich». Ein anderes Mitglied des Gremiums bezeichnet sie als «unverantwortlich». Der Vorschlag Lauterbachs, eine Gesundheitssteuer auf Tabak einzuführen, stößt außerdem auf ein geteiltes Echo.

21. Januar: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) weist einen «Stern»-Bericht zurück, wonach er einen Vorschlag Rürups grünes Licht erteilt habe, das lohnabhängige Beitragssystem der Krankenkassen durch eine so genannte Kopfprämie zu ersetzen. Danach sollten die Versicherten künftig eine Pauschale von rund 200 Euro an ihre Krankenkassen zahlen. Schröder nennt den Vorschlag sozial ungerecht. Auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) spricht sich dagegen aus. Rürup setzt jedoch weiterhin auf die umstrittenen Kopfprämien.

28. Februar: Für Diskussionen sorgt der Vorschlag des Kommissionsmitglieds Barbara Stolterfoht, die umlagefinanzierte Pflegeversicherung abzuschaffen und Pflegekosten über Steuern zu finanzieren. Das Gesundheitsministerium widerspricht: «Die Pflegeversicherung wird nicht abgeschafft.» Sozial- und Rentnerverbände lehnen den Vorschlag empört ab.

24. März 2003: Für Aufruhr sorgt ein Zeitungsbericht, wonach Kommissions-Mitglied Karl Lauterbach die Einführung einer «Bürgerversicherung» vorschlägt, die die Abschaffung der privaten Krankenversicherung bedeuten würde. Nach anhaltenden Diskussionen erteilt Schröder dieser Forderung eine deutliche Absage und droht mit der Auflösung der Kommission.

(Ende des Artikels aus www.facharzt.de)

 

Autor: Hans-Peter Meuser, zuletzt aktualisiert am 27.03.2003, 21.05 Uhr

 

Ärzteverein Südkreis Mettmann e.V.  | Klosterstr. 32, 40764 Langenfeld